Ergebnisorientiert und kaum verärgert

Wenn ich lese, wie schlecht das Spiel gestern wieder gewesen ist, bin ich froh, es nicht gesehen zu haben. Das Elfmeterschießen habe ich beim Kölsch nach dem eigenen Sport gerade noch mitbekommen. Mein Ärger hielt sich in Grenzen. Mag daran liegen, dass ich gerade durch einen Packen Arbeit ein wenig abgelenkt bin. Deshalb passt es mir ganz gut, dass ich mit einem Zitat aus den autobiografischen Erinnerungen des langjährigen DDR-Korrespondenten verschiedener BRD-Printmedien Peter Pragal anscheinend einen überzeitlichen Kommentar für den gestrigen Abend geben kann. Gelesen habe ich das am Wochenende in der Wochendbeilage der Süddeutschen Zeitung. In den vorabgedruckten Auszügen aus den Erinnerungen ist als Schlusspunkt der Ausschnitte folgendes zu lesen:

„In Ost-Berlin traf ich immer wieder Leute, deren Schlagfertigkeit und Mutterwitz mich faszinierten. Aussprüche, die mir besonders gut gefielen, habe ich in einem Tagebuch festgehalten. Kostprobe: In den siebziger Jahren traten im Ost-Berliner Dynamo-Stadion die Kicker vom MSV Duisburg gegen die Elf vom heimischen BFC an. Der galt als Stasi-Klub und war bei vielen Ost-Berliner Fußballfans unbeliebt. Einige der Zuschauer, die mit viel Mühe eine Eintrittskarte ergatterten, waren von den Leistungen der westdeutschen Gäste enttäuscht. Die bewegten sich so schwerfällig und lustlos, als betrachteten sie den prestigeträchtigen Ost-West-Vergleich als lästige Pflichtübung. Als ein Duisburger wieder einmal versäumte, einem Ball nachzueilen, machte einer der Zuschauer seinem Ärger lautstark Luft: „Wenn du jetzt nicht läufst, musst du hierbleiben.“

3 Responses to “Ergebnisorientiert und kaum verärgert”


  1. 1 tina 24. September 2008 um 15:22

    Ne, das hat keinen Spaß gemacht. GAR KEINEN SPASS!!!! Bin immer noch genervt, enttäuscht, frustriert—

    Trotzdem viele herzliche Grüße.

    Gefällt mir

  2. 2 Kees Jaratz 24. September 2008 um 18:52

    So richtig aufmunternde Worte fallen auch mir da heute nicht ein. Ist im Pokal auch schwer, dauert so lange, bis es da wieder voll Zuversicht heißt, jetzt aber beim nächsten Spiel…

    Gefällt mir


  1. 1 Das Pokalspiel als Farce « Fakten und Gerüchte aus dem Stadionbus Trackback zu 28. Oktober 2009 um 09:05

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.




JETZT BESTELLEN
Das Buch über den Sommer 2013 in Duisburg rund um den MSV bis zum Wiederaufstieg zwei Jahre später

Kees Jaratz im Buchhandel

Die Seite zum Buch

Statt 14,95 € nur noch 8,90 €
Hier bestellen

Hier geht es zum Fangedächtnis

Kees Jaratz bei Twitter

Sponsored

Bloglisten


%d Bloggern gefällt das: