Der Duisburger Gerd Hennig – Vom Straßenfußballer zum FIFA-Schiedsrichter – Folge 11

Vor einiger Zeit habe ich begonnen, die Erinnerungen von FIFA-Schiedsrichter Gerd Hennig zu sichten. “Vom Straßenfußballer zum FIFA-Schiedsrichter” hat Gerd Hennig diese Erinnerungen genannt, die ich nach und nach bearbeite und hier in loser Folge veröffentliche.

Heute geht es um die Bewertung von Schiedsrichtern und Gerd Hennigs Sorge um die Zukunft des Schiedsrichterwesen

Vom Straßenfußballer zum FIFA-Schiedsrichter – Folge 11
Von Gerd Hennig
Herausgegeben und bearbeitet von Kees Jaratz

Unter den Schiedsrichtern gilt wie bei den Vereinsmannschaften das Leistungsprinzip. Nur wer die besten Bewertungen erhält, kann in der höchsten Spielklasse pfeifen. Jetzt, während ich meine Erinnerungen schreibe, stehen den deutschen Schiedsrichtern in den internationalen Wettbewerben wie Champions League und Euro League zehn Plätze zur Verfügung, die jährlich neu besetzt werden können. In meiner Zeit waren das noch sieben Plätze.

Dazu gibt es bei je 18 Vereinen in der Ersten und Zweiten Bundesliga pro Woche jeweils 9 Paarungen, für die meines Wissens im Moment insgesamt 24 Unparteiische der DFB-Liste zur Leitung anstehen. Hinzu kommt noch der Spielplan der 3. Bundesliga sowie die Begegnungen der Regionalligen, die alle neben den Spielen der Frauen-Bundesligen sowie den Staffeln der A-und B-Junioren dem Ansetzungsbereich des DFB unterliegen.

In allen Spielklassen gibt es bekanntermaßen einen feststehenden Auf- und Abstiegsplan je nach dem Punktestand am Ende der jeweiligen Spielsaison. Dieses Leistungsprinzip ist natürlich auch bei den Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern gegeben. Der Auf- oder Abstieg entscheidet sich für sie durch die von den Schiedsrichterbeobachtern ermittelten Punktezahlen. Allerding kommt das jeweilige Alter bei der Bewertung hinzu. Entsprechend ist mit dem Schiedsrichterwesen das Beobachtungswesen eng verbunden. Die Schiedsrichterbeobachtung geschieht selbstverständlich auch auf internationaler Ebene. Schließlich sollen etwa bei Welt- und Europameisterschaften die besten Referees zum Einsatz kommen. Bei der Vielzahl der beteiligten Nationen kann diese Auswahl sicher nicht immer gänzlich ohne Kritik vollzogen werden.

Die Beobachtung von Schiedsrichtern mit all ihren Konsequenzen für die Karrieren der Schiedsrichter werden national über alle Ligen bis in die verbandseigegen Verbände weiterverfolgt. Auch auf Kreisebene geschieht das, dort vor allem mit dem Hinblick auf Lehrzwecke. Dazu werden die Beobachtungsbögen auf besondere Weise gestaltet. Denn für jeden Schiedsrichteranfänger gilt das Motto: „Sich auf das Pferd setzen, kann jeder, doch richtig reiten, muß jeder für sich alleine!“

Damit sind die Aufstiegsmöglichkeiten für alle Neulinge aufgezeigt, doch weiß ich natürlich, leider ist hiermit der Schiedsrichtermangel nicht zu beheben, und die für den Nachwuchs vorrangig verantwortlichen Vereine zahlen zumeist lieber das dadurch verordnete Ordnungsgeld, um die Kosten für die Ausstattung ihrer eigenen Schiedsrichter zu umgehen. Dazu muss man auch wissen, dass alle Vereine, die ein Übersoll an Schiedsrichtern aufweisen, vom Verband eine eine finanzielle Belobigung erhalten. Wenn bei dieser Misere unsere wenigen Kandidaten aber oft mit den ordinären Worten bedacht werden wie etwa: „Du Drecksack/Hurensohn, bleib´ demnächst lieber zuhause!“ hört der Glaube an eine Sportart auf, die so schön sein könnte.

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