Wie lebt es sich als Fan des Aufstiegsfavoriten?

Jahr um Jahr sind wir zu diesem MSV Duisburg ins Stadion gegangen und wussten, bei einem Spiel des MSV Duisburg kann alles geschehen. In manchen Spielzeiten gab es irgendwann mehr Siege als Niederlagen, doch sicher konnten wir uns nicht sein. Und nun drängt sich ein völlig neues Gefühl bei einem Fußballspiel des MSV auf. Ich zöger noch etwas, davon zu schreiben. Fünf Spieltage hat es erst gegeben. Deshalb habe ich Sorge, voreilig zu sein. Doch der Verlauf des Spiels gegen den 1. FC Magdeburg ist ein weiterer Beleg dafür, dass dieser MSV Duisburg in dieser Saison den Erwartungen gerecht wird. Dieser MSV Duisburg erweist sich tatsächlich als Favorit auf den Aufstieg. Zusammen mit der Mannschaft beginnen wir die Sicherheit zu gewinnen, Spiele aus eigener Kraft zu gestalten, Rückschläge wegzustecken und souverän genug zu sein, das gesteckte Ziel zu erreichen.

Natürlich sind wir uns einig, für die völlige Sicherheit im neuen Fangefühl hätten die letzten 20 Minuten der Begegnung etwa  souveräner gespielt werden müssen. Doch der Auftritt bei diesem 2:1-Auswärtssieg bis dahin hat mich mit diesem neuen Gefühl als Anhänger des MSV sehr vertraut gemacht. Wie ungerührt hat die Mannschaft den frühen Rückstand hingenommen. Das erwarte ich von einem Aufstiegsfavoriten. Mark Flekken hat einen einfachen Schuss zwischen seinen auffangbereiten Armen durchrutschen lassen. Solche Fehler können passieren. Eine Mannschaft, die sich ihrer Stärke sicher ist, beunruhigt das nicht. Dann muss eben noch ein Tor mehr erzielt werden. Spielen wir also weiter wie bisher. So war das zu sehen.

Die Mannschaft des MSV trat sehr spielstark auf. Kombinationen durch das Mittelfeld, wechselten sich mit halblangen Bällen auf die Flügel ab. Variantenreich wurde gespielt und souverän der Ball kontrolliert. Diese Ballkontrolle führte vom Anpfiff an zum Druck auf die Magdeburger Defensive. Das frühe Gegentor ergab keinen Bruch in diesem Spiel. Wenn zudem Branimir Bajic seine alte Topscorer-Stärke nach Eckbällen auspackt, fällt zwangsläufig der Ausgleich. Ecke Janjic, Kopfballtor Bajic. In welcher Saison war es nochmal, als Bajic im Strafraum bei Eckbällen fast nach Belieben traf. Ich übertreibe etwas. Also, auf dem Boden bleiben, und keine Aufstiegsfavoriten-Euphorie entwickeln. Solide Aufstiegsfavoriten-Zuversicht reicht.

Der MSV bestimmte das Spiel und war präzise in der Spielanlage. Dagegen verfehlte beim FC Magdeburg schon vor dem Strafraum der letzte Pass meist den Mitspieler. Gelangte die Manschaft überhaupt einmal in den Strafraum, waren die Abschlüsse ungenau. Große Sorgen machte ich mir nicht. Dafür konnten wir einmal mehr zur Schublade mit dem Wort Chancenverwertung greifen. Eine scharfe Hereingabe traf Zlatko Janjic vor dem leeren Tor nicht richtig. Der Ball ging vorbei. Tugrul Erat machte es wenig später besser, als er in die Spitze gelaufen war und er einen von der Fußspitze Fabian Schnellhardts abtropfenden Ball in den Lauf erhielt. Die Führung war verdient.

Diese Führung hätte in der zweiten Halbzeit ausgebaut werden können. Dann hätte es die leichte Unruhe zum Spielende hin nicht gegeben. Daran muss weiter gearbeitet werden. Ein schneller Einwurf von Kevin Wolze auf Stanislav Iljutcenko, der freie Bahn aufs Tor hatte. Den Ball behauptete er ganz stark gegen den von hinten attackierenden Magdeburger, doch seinen Schuss im Strafraum parierte der Magdeburger Torhüter. Chancenverwertung – ein zweites Mal hervorgeholt. Danach begann allmählich jene Spielphase, in der die Magdeburger immer mehr Spielanteile erhielten. Klare Chancen konnten sie sich dennoch nicht erspielen. Ob die Magdeburg das Gleichgewicht im Spiel nun eroberten oder der MSV es durch defensive Wechsel ermöglichte, ist nicht ganz so eindeutig. Beides greift ineinander.

Vielleicht waren diese letzten zwanzig Minuten auch eine notwendige Mahnung, sich mit dem Favoritendasein weiterhin ganz allmählich vertraut zu machen. So einfach ist so eine Haltungsänderung für uns Fans auch nicht. Wir müssen alle hineinwachsen in dieses Favoritendasein. Vom Staunen wie es sich als Favorit so anfühlt, ist jedenfalls im Netz bei vielen Anhängern des MSV egal auf welchen Kanälen zu lesen.

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1 Response to “Wie lebt es sich als Fan des Aufstiegsfavoriten?”



  1. 1 Der Lage der Liga | Schwarz und Blau Trackback zu 1. September 2016 um 08:01

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